Das Gasthaus „Ochsen“ präsentiert sich als stattlicher Bau mit einem prächtigen feinziselierten Fachwerk an der Giebelseite. Es bietet viel entbehrlichen Schmuck zwischen jenen Elementen, die für die Konstruktion elementar sind. Damit sagte der Erbauer und Besitzer: Ich bin reich! Und daraus folgt: Ich bin mächtig! Denn die „Ochsen“-Wirte aus Schopfloch waren jahrzehntelang die Schultheißen des Ortes. Wir haben es also mit der Oberschicht im Dorf zu tun, ausgestattet mit dem vielfältigsten Besitz.

Foto: Frontalansicht eines großen Fachwerkhauses mit rot-braunem Gebälk und weißen Fenstern, davor ein Garten mit bunten Blumen.
Feinstes Fachwerk am Museumseingang

Dazu passt der Status des Ochsens als Schildwirtschaft. Schildwirtschaften galten als die „ersten“ Gasthäuser im Ort. Sie durften kalte und warme Speisen ausgeben und Gäste über Nacht beherbergen.

In einem Dorfwirtshaus pulsierte das Herz des Dorfes. Zwischen Taufe und Leichenschmaus, zwischen Tratsch und Politik, zwischen Fastnacht und Kirchenfest spielte sich alles ab, was das Dorfleben bestimmte und zusammenhielt.

Im Freilichtmuseum übernimmt der „Ochsen“ eine neue Funktion: Er empfängt, ganz an seine traditionelle Bestimmung anknüpfend, die Museumsbesucher als Eingangsgebäude. Seiner angestammten Funktion als Gastwirtschaft bleibt er bis heute treu.

Foto: Schmiedeeisernes Wirtshausschild mit goldenen Verzierungen und einem Ochsen in der Mitte, befestigt an der Ecke des Gasthauses vor blauem Himmel.
Das Wirtshausschild mit dem namengebenden „Ochsen“ in Gold

Besonderes

Erfahren Sie noch mehr zum Gasthaus im Hingucker.

Fernglas

Hingucker: Gasthaus Ochsen

Foto: Innenraum eines traditionell eingerichteten Gasthauses mit Holzmöbeln, Kachelherd, dekorierten Wänden und eingedeckten Tischen, rechts große Fenster mit weißen Gardinen.
Ein Blick ins Innere des historischen Gasthauses
Foto: Ein kleiner, von einem Holzzaun abgegrenzter Garten vor einem großen Fachwerkhaus mit rot-braunem Gebälk.
Der Wirthausgarten mit Buchseinfassungen
Foto: Umzäunter historischer Bauerngarten mit dicht bepflanzten Kräuter- und Gemüsebeeten, dazwischen ein Kiesweg. Im Hintergrund sind Bäume. Ein Dach blitzt zwischen den Bäumen hervor.
Sandsteinpfosten und Sandsteinbrunnen im Ochsengarten

Infos

Herkunft

Schopfloch, Landkreis Freudenstadt

Bau

erbaut: 1707
abgebaut: 1982
aufgebaut: 1983–1988

Darstellungszeit

19./20. Jahrhundert