Schul- und Rathaus – Das Multifunktionshaus

Allgemeine Szenerie im Video

Im Video wird Erwin Ulmer in dem Schulraum des Gebäudes interviewt. Während er spricht, werden bildliche Eindrücke aus dem Schul- und Rathaus gezeigt. Das große, längliche Haus glänzt durch seine helle Fassade und die grünen Fensterläden. Im unteren Geschoss fallen, in der rechten Gebäudehälfte, zwei große Scheunentore in den Blick. Genau mittig im Gebäude befindet sich die große Eingangstüre des Schul- und Rathauses, durch die die Schüler, die Bürger, aber auch die Familie des Lehrers ein- und ausgingen. Sie ist über wenige Stufen vom Dorfplatz her zu erreichen. Auf der linken Seite des großen Flurs reihen sich die Türen zur Wohnstube und zur Küche der Lehrersfamilie. Ganz hinten schließt sich die Treppe hinunter zum Gewölbekeller an. Auf der rechten Seite des Flurs erhebt sich die Treppe ins erste Obergeschoss. Von der Treppe aus kommt man auf die beiden Klassenzimmer zu. Zu rechter Hand unmittelbar am Treppenende geht es in das Ratszimmer des Bürgermeisters. Die karge Einrichtung aus großem Ratstisch und Holzbänken entstammt der Zeit vom Ende der 1970er Jahre. In dem hinten angrenzenden Raum fand der Ratsschreiber oder später die Sekretärin Platz. Die beiden Amtsräume ließen sich durch eine bewegliche hölzerne Klappwand zu einem größeren Saal erweitern, um dann große Versammlungen darin abgehalten zu

können. Helle Holzmöbel und viele Fenster lassen die Räumlichkeiten freundlich erscheinen.

Intro

00: 00:00:00 – 00:00:09:28 Kommentar zur Szenerie: Eine Illustration von alten Gebäuden aus dem Freilichtmuseum Neuhausen mit einem großen Handy und drei gezeichneten Personen davor leitet das Video ein.

Szene

Kommentar zur Szenerie: Der „Dorfschulmeister“ Erwin Ulmer befindet sich in einem Klassenzimmer des alten Schul- und Rathauses und steht zwischen den Schulbänken. Im Hintergrund sieht man, neben den Schulbänken, Fenster und einen großen Abakus.

Sequenz 1

Kommentar zur Sequenz: Während den Erzählungen Ulmers werden Aufnahmen der Außenfassade des Schul- und Rathauses gezeigt und Fotografien aus dem Inneren der Scheunen eingeblendet. Zu sehen sind zum einen eine Scheune mit einem altern, schwarzen LeichenwagenAnhänger. Zum anderen eine Scheune mit alten FeuerwehrAnhängern mit Schläuchen und Leitern.

00: 00:09:28 – 00:01:06:25

Erwin Ulmer: Also, es war, es war ein Multifunktionshaus. Es war Schulhaus, mit zwei Schulsälen, eine Lehrerwohnung, unten auf der linken Seite. Auf der rechten Seite sehen Sie die großen Scheuern. In einer war der Wagen des Lehrers, der hatte Landwirtschaft und der Leichenwagen. Und auf der anderen Seite war das FeuerwehrAnhänger, es gab keine motorisierte. Das hatten wir dann an die Pferde angehängt, wenn es gebrannt hat, mit allen Kübeln und so weiter, was dazu war. Und dahinter waren die Ställe des Lehrers. Weil der konnte nicht ohne die Landwirtschaft auskommen. Bis ungefähr 1900, ja, weil er sehr, sehr arm war. Anders kann man es nicht sagen. Also, der Normale, der Schulleiter, der hatte wenigstens 300 Gulden. Ja, da kam er durch. Aber die Unterlehrer hatten nur 100 Gulden, im Jahr. Und damit musste, das war weniger als zum Beispiel ein Straßenreiniger.

Sequenz 2

Kommentar zur Sequenz: Neben Erwin Ulmer im Schulzimmer werden Innenaufnahmen des Schul- und Rathauses, der Flur im ersten Obergeschoss und die Räume des Bürgermeisters gezeigt.

00: 01:09:23 – 00:02:13:20 Erwin Ulmer: Und auch Reisen nach Hause war alle zwei Jahre möglich. Und da musste er noch den Bürgermeister um Erlaubnis fragen. Der hat da also amtiert, in dem hinteren Zimmer, und wenn die Kinder zu laut geworden sind, dann ist er reingekommen und hat natürlich auf den Putz geschlagen. Und dann waren sie wieder

ruhiger. Es war auch eine Sekretärin da. Ja, also, die – in den Dreißigerjahren noch -, die sich ausgekannt hat in den neuen Gesetzen. Ein Telefon hatte er keines an seinem Tisch, sondern er hatte eine Telefonzelle innerhalb seines Amtszimmers. Ja, wo er telefoniert hat. War ein Original. Der [Josef] Stier, der Bürgermeister. Der hatte hier sein Zimmer und in Bubsheim war schräg gegenüber, war das Gasthaus „Bären“. Und wenn er einen gesehen hat von seinem Schreibtisch aus, dass einer rein ging, dann ist er schnell ins Wirtshaus gegangen. Und dann hat er ein „Achtele“ immer getrunken. Und dann ist er wieder zurückgekommen. Und dann hat den Spitznamen [„Achtele-Sepp“] gehabt.

Kommentar zur Szenerie: Außenaufnahme des Schul- und Rathauses

Outro

00: 02:21:20 – 00:02:31:00 Eine Drohnenaufnahme zeigt den Dorfplatz im Freilichtmuseum Neuhausen von oben. Ein Schriftzug „Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck“ und das Logo des Museums, ein Fachwerkhaus, schließen das Video ab.

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