Allgemeine Szenerie im Vide
Im Video werden während der Erzählungen von zwei Zeitzeugen Bilder aus dem Kaufhaus innen und Außenaufnahmen gezeigt. Das zweistöckige Haus beherbergt im Erdgeschoss das historische Kaufhaus mit zwei großen Schaufenstern und einer Eingangstür dazwischen auf der einen Seite des Hauses. Über den dekorierten Schaufenstern erkennt man auf der umrahmenden, dunkelgrünen Fassade den Schriftzug „Kaufhaus Friedrich Pfeiffer“.
Über eine kleine Außentreppe gelangt man in das heutige „Museumslädele“. An den zahlreichen Fenstern befinden sich rote Fensterläden und vereinzelt Blumenkästen, die das hell verputzte Haus mit Farbe versehen. Die Möblierung des Raums stammt aus der Gründerzeit des Kaufhauses aus dem Jahr 1925. Hinter den Theken dominieren drei hohe Regale den Raum. Durch die große Höhe wirkt der Raum sehr mondän. Die Art-déco-Elemente unterstützen diesen Eindruck stark.
Intro
Zeitmarke: 00:00:00:00–00:00:10:14
Kommentar zur Szenerie: Eine Illustration von alten Gebäuden aus dem Freilichtmuseum Neuhausen mit einem großen Handy und drei gezeichneten Personen davor leitet das Video ein.
Szene
Kommentar zur Szenerie: Zwei Zeitzeugen berichten über den Kaufhausbesitzer Franz Pfeiffer. Die beiden älteren Personen stehen jeweils vor einem bunt gefüllten Regal im Kaufhaus Pfeiffer und werden einzeln interviewt. Das Regal zeigt Fastnachtsutensilien, Arbeitskleidung und Hüte.
Sequenz 1
Kommentar zur Sequenz: Es werden neben den Angehörigen Franz Pfeiffers Außen- und Innenaufnahmen des Kaufhauses gezeigt. Außerdem werden alte Schwarz-Weiß-Bilder von Franz Pfeiffer hinter seiner Ladentheke eingeblendet.
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Ursula Mattes: Mein Name ist Ursula Mattes, geborene Pfeiffer. Meine Kindheit habe ich im Hause Pfeiffer verbracht. Und mein Pate hat mir in vielen Dingen den Grundstein gelegt.
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Fritz Pfeiffer: Ich bin Fritz Pfeiffer, gebürtig in Stetten im kalten Markt, in diesem Haus. Der Franz Pfeiffer war mein Onkel. Es war der Bruder von meinem Vater und gleichzeitig mein Taufpate. Und ich durfte dann den Franz Pfeiffer, da er Junggeselle war, in den letzten Jahren seines Lebens begleiten.
Dieses Ladenlokal war für ihn natürlich sein Leben und sein Leben ohne dieses Ladenlokal hätte nicht funktioniert.
Sequenz 2
Kommentar zur Sequenz: Neben den Personen werden Innenaufnahmen des Kaufhauses Pfeiffer gezeigt, besonders die zahlreichen Regale mit Produkten aller Art.
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Fritz Pfeiffer: Der Laden war im Prinzip die einzige öffentliche Fläche hier im Raum, wo eben die Leute einkaufen konnten, und es war auch die einzige begehbare Fläche für seine Familie. Selbst mein Vater als Bruder kam, wenn er ihn besuchte, nie weiter als hier in das Ladenlokal. Das heißt, die Nebenräume, die er bewohnt hat, die haben wir anschließend erst erlebt, als er nicht mehr lebte.
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Ursula Mattes: Sehr viel hat sich nicht verändert. Also, die ganzen Regale, die sind von der Aufteilung genau gleich geblieben. Das Sortiment hat sich natürlich erweitert, das ist ganz klar. Aber ansonsten, von der Atmosphäre des Ladens hat sich nicht viel verändert. Er war ja eben Nahversorger in verschiedenen Bereichen. Und somit eben auch für die Damen für Dessous. Und am Sonntagmorgen war das Geschäft immer auf von 10 bis 13 Uhr. Da kamen die Frauen aus den umliegenden Orten, und die hatten dann ihren Bedarf eben auch an Dessous hier gedeckt, beim Franz Pfeiffer.
Und wenn da eine Frau reinkam und gesagt hat: „Franz, ich bräuchte mal wieder einen BH“, dann hat er sie so angeschaut und hat gesagt: „Ja, das hab ich schon.“ Und dann hat er ganz oben Kartons runtergeholt. Und auf diesen Kartons standen wohl Größen. Und dann hat er den Karton aufgemacht, hat so einen BH raus, hat ihn so vor sie hingehalten und gesagt: „Der passt! Den kannst du nehmen.“
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Fritz Pfeiffer: Ja, Franz Pfeiffer hat im Grunde genommen zwei ganz verschiedene Gesichter gehabt. Zum einen war er derjenige, der in unserer Gemeinde, in Stetten im kalten Markt, bekannt war als der Franz Pfeiffer hier im Kaufhaus, in dem man alles bekommt. Dieses Kaufhaus war gleichzeitig jetzt nicht nur Einkaufsstätte, sondern auch eine Kommunikationsebene. Das war die eine Seite des Franz Pfeiffers. Und die andere Seite war: Er wollte auch die Welt kennenlernen.
Kommentar zur Szenerie: Außenaufnahme des Kaufhauses.
Outro
Zeitmarke: 00:03:19:24–00:03:35:00
Eine Drohnenaufnahme zeigt den Dorfplatz im Freilichtmuseum Neuhausen von oben. Ein Schriftzug „Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck“ und das Logo des Museums, ein Fachwerkhaus, schließen das Video ab.