Allgemeine Szenerie im Video
Im Video werden während der Erzählungen von zwei Zeitzeugen Innen- und Außenaufnahmen des Kaufhauses gezeigt. Das zweistöckige Haus beherbergt im Erdgeschoss das historische Kaufhaus, mit zwei großen Schaufenstern und einer Eingangstür dazwischen, auf der einen Seite des Hauses. An den zahlreichen Fenstern befinden sich rote Fensterläden und vereinzelt Blumenkästen, die das hell verputze Haus mit Farbe versehen. Die Wohnräume im Obergeschoss des Hauses sind sehr minimalistisch und rustikal eingerichtet. Die Einrichtung, die schon im Jahr 1925 entstanden ist, wird von Holzmöbeln dominiert. Die Sanitäranlagen bieten, für die Entstehungszeit, viel Luxus mit einer Badewanne und einem Badeofen. Die Toilette dagegen ist wieder rückständiger und hat keine Wasserspülung.
Intro
00: 00:00:00 – 00:00:10:27 Kommentar zur Szenerie: Eine Illustration von alten Gebäuden aus dem Freilichtmuseum Neuhausen mit einem großen Handy und drei gezeichneten Personen davor leitet das Video ein.
Szene
Kommentar zur Szenerie: Zwei Zeitzeugen berichten über den Kaufhausbesitzer Franz Pfeiffer. Die beiden älteren, Personen stehen jeweils vor einem bunt gefüllten Regal im Kaufhaus Pfeiffer und werden einzeln interviewt. Das Regal zeigt Fastnachtsutensilien, Arbeitskleidung und Hüte.
Sequenz 1
Kommentar zur Sequenz: Aufnahmen des Hauses von innen und außen werden gezeigt. Explizit werden Aufnahmen der Wohnräume im Obergeschoss und ein altes schwarz-weiß Bild von Franz Pfeiffer gezeigt.
00: 00:10:27 – 00:00:44:11 Fritz Pfeiffer: Ja, Franz Pfeiffer hat im Grunde genommen zwei ganz verschiedene Gesichter gehabt. Zum einen war er derjenige, der in unserer Gemeinde, in Stetten im kalten Markt, bekannt war als der Franz Pfeiffer hier im Kaufhaus. Und die andere Seite war: Er wollte auch die Welt kennenlernen und reiste jedes Jahr in irgendeinen anderen Erdteil, machte wirklich große Reisen, von denen die Öffentlichkeit überhaupt nie etwas erfuhr.
00: 00:45:13 – 00:01:15:12 Ursula Mattes: Ich bin … meine Kindheit habe ich im Hause Pfeiffer verbracht. Und mein Pate hat mir in vielen Dingen den Grundstein gelegt. Er war ein sehr sportlicher Mann, und nachdem ich das einzige Kind in der Familie war, hat er mich sehr früh schon
mitgenommen zu Wanderungen. Und mit meinem Paten habe ich, wenn es irgendwie ging, das Wetter mitmachte, viele Skitouren gemacht.
Sequenz 2
Kommentar zur Sequenz: In dieser Sequenz sind bis auf ein altes schwarz-weißes Bild von Franz Pfeiffer, ausschließlich die beiden Zeitzeugen Pfeiffers zu sehen. Die Fotografie zeigt den Kaufhausbesitzer hinter seiner Ladentheke mit einer klassischen Registrierkasse.
00: 01:17:05 – 00:01:46:10 Fritz Pfeiffer: Er hat relativ wenig erzählt. Wir mussten ihn immer zum Zug fahren. Dann hat er mit uns vereinbart und gesagt, er muss, er fährt weg und kam mit einem Koffer, und da fragt man: „Wo fährst du hin?“ Da sagt er, ah, er weiß ja nicht genau … und irgendwann hat er dann angerufen und hat gesagt, mit dem und dem Zug kommt er wieder zurück. Und dann fragte ich: „Und? Wo warst du?“ „Ha, es war schön.“ „Und? Was hast du alles gesehen?“ „Ha, es hat viel Leute gegeben und es war alles gut.“ Das war es dann.
00: 01:46:25 – 0:02:11:06 Ursula Mattes: Also, er war schon so ein bisschen introvertiert, so verschlossen, so sich nicht so schnell zu öffnen. Auch meinem Vater, – also, das war ja sein Bruder – auch dem gegenüber hat er groß nie was erzählt von seinen Reisen oder irgend so was.
Sequenz 3
Kommentar zur Sequenz: Während der Erzählungen werden Videosequenzen aus dem Kaufhaus Pfeiffer und den Wohnräumen, im Stockwerk darüber, eingeblendet. Es werden die Schlafzimmer, das Badezimmer und die Schneiderei gezeigt. Außerdem ist ein schwarz-weißes Bild von Frank Pfeiffer vor seinen vollen Regalen zu sehen.
00: 02:16:14 – 00:03:15:01 Fritz Pfeiffer: Er war sehr, sehr genügsam. In diesem Haus hatten ursprünglich mal drei Familien gewohnt. Als diese Familien dann ausgezogen waren, war er ja hier im Haus alleine. Und er nutzte dieses Haus im Prinzip quasi als seinen Lagerraum, als seine Stätte, wo er alle seine Artikel untergebracht hat. Und er benutzte im Grunde genommen eigentlich nur ein Zimmer als Schlafzimmer und die Küche und das Bad. Und ansonsten waren die Räume alle mit irgendwelchen Utensilien, Artikeln belegt. Die Nebenräume, die er bewohnt hat, die haben wir anschließend erst erlebt, als er nicht mehr lebte. Insofern war dieses Haus immer mit einem Stück Geheimnis umwunden, weil nie jemand genau wusste, wie sieht’s eigentlich hinter den Räumen hinter den Ladenräumen eigentlich aus.
00: 03:15:28 – 00:03:23:23
Fritz Pfeiffer: Das muss man sagen, das ist natürlich für mich schon, ja, ein erhebendes Gefühl zu sagen, mein Geburtshaus steht jetzt im Museum.
00: 03:23:27- 00:03:51:23 Ursula Mattes: Ich denke, es gibt wenige Leute, die so wie ich jetzt am Ende des Lebens sind, die sagen können: „Hier in diesem Haus habe ich meine Kindheit verbracht.“ Und kann oben noch genau sagen, wo mein Bett stand, wo wir alle miteinander unsere Mahlzeiten eingenommen haben, wie wir im Garten oft auch verschiedene Dinge gepflanzt haben.
00: 03:52:28 – 00:03:57:13 Fritz Pfeiffer: Und insofern ist das natürlich für mich schon eine tolle Erinnerung.
00: 03:57:13 – 00:03:59:26 Ursula Mattes: Also, das ist für mich schon was ganz Besonderes.
Kommentar zur Szenerie: Außenaufnahme des Kaufhauses Pfeiffer von oben.
Outro
00: 04:03:24 – 00:04:14:00 Eine Drohnenaufnahme zeigt den Dorfplatz im Freilichtmuseum Neuhausen von oben. Ein Schriftzug „Freilichtmuseum Neuhausen
ob Eck“ und das Logo des Museums, ein Fachwerkhaus, schließen das Video ab.