„Wenn du was suchst, geh zum Herrn Pfeiffer“

Schwarz-weiß Foto von Franz Pfeiffer, ein älterer Mann, hinter der Ladentheke seines Kaufhauses, umgeben von Regalen mit verschiedenen Produkten.
Franz Pfeiffer hinter der Theke seines Kaufhauses.

Beim „Pfeiffer-Franz“ bekam man alles, was man sonst kaum mehr irgendwo fand. Er hatte den Überblick über seine Lager, und wenn er dort etwas nicht fand, dann besorgte er es für seine Kunden.

Ein dekoriertes Schaufenster mit traditionellen Faschingskostümen und Spielzeug.
Ein Schaufenster im Kaufhaus Pfeiffer, dekoriert für Fasching.

Das Schaufenster

Die Schaufenster sollen die Kundschaft in den Laden locken. Sie sind der Teaser, der dafür sorgt, dass das Interesse der Menschen geweckt wird. Hier sehen Sie, was im Kaufhaus zu finden ist. Spielzeug, Fastnachtsartikel, Kurzwaren, Gewürze, Waschpulver, Miederwaren und vieles mehr … verleiten die Besuchenden, das Kaufhaus Pfeiffer zu betreten.

Für Franz Pfeiffer hatte das Schaufenster immer einen hohen Stellenwert. Er hat es immer mit großer Sorgfalt eingerichtet – bisweilen bis hin zu Blumen der Saison.

Erzählen Sie doch den jungen Leuten davon, die mit Lieferdiensten aufwachsen…

Innenaufnahme des Kaufhauses mit überfüllten Regalen voller alter Waren und Sammlerstücke.
Innenaufnahme aus dem Kaufhaus Pfeiffer.

Der Verkaufsraum

Der Verkaufsraum ist geprägt durch drei Theken und drei hohe Regale. In der Mitte findet sich eine säulenartige Glasvitrine. Wir sehen diese Einrichtung im Zustand von 1925. Bei genauem Hinsehen sind Art-deco-Elemente zu erkennen – damals der letzte Schrei – und das auf der Schwäbischen Alb!

Die Geschichten

Viele, die Franz Pfeiffer, den „Löhlebempes“, wie ihn alle Welt, wenn auch nicht in seiner Gegenwart, nannte, noch kannten und bei ihm jemals im Laden waren, bringen ihre Geschichten und Anekdoten mit. „Es riecht sogar genauso wie beim „Pfeiffer-Franz“, bestätigen die Eingeweihten. Und auch: „Genauso hat es ausgesehen.“

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Ein Blick in das Kaufhaus Pfeiffer. Die Patenkinder von Franz Pfeiffer berichten über den Laden und seinen ehemaligen Inhaber.

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Noch heute kommen Besucher ins Museum, die sich an das Kaufhaus und seinen Betreiber erinnern. Manchmal berichten sie sogar, was sie alles an diesen Ort erstanden haben. So konnte einmal ein Mann den Hut, den er bei seinem Museumsbesuch trug, genau dem Regalfach zuordnen, aus dem er ihn gekauft hatte.

Ein Schaufenster mit nostalgischen Werbeplakaten und Haushaltsartikeln, darunter ein Schild mit dem Namen
Haushaltswaren und Plakate im Schaufenster des Kaufhauses.

Die Gegenstände

Das Freilichtmuseum verfügt im Kaufhaus Pfeiffer über Objekte, die fast lückenlos eine dörfliche Warengeschichte des 20. Jahrhunderts dokumentieren.

Da gibt es nichts, was es nicht gibt: Neben den Steinguttöpfen fürs Sauerkraut finden sich ungeöffnete Waschmittelpäckchen aus unterschiedlichen Jahrzehnten, neben den Nestquik-Dosen und modernem Plastik-Spielzeug aus den Achtziger- und Neunzigerjahren eine Kiste mit bester Nähseide in allen Farben, daneben Rasierpinsel und Taschenmesser, Ansichtskarten und Luxus-Kernseife aus den 1920er-Jahren, aber vor allem eine Vielzahl von Stoffballen, Hüten, Kleider, Kittelschürzen, Miederwaren und auffallend viele Fastnachtsartikel aus den Neunzigerjahren.

Es fällt schnell auf: Die Maggi-Flasche von 1995 lässt sich von der heutigen eigentlich nicht unterscheiden. Weder die Form noch das Logo wurden von dem Unternehmen in den letzten Jahren verändert.

Kurz vor Fastnacht starb Franz Pfeiffer 1995. Daher waren seine Regale zum Zeitpunkt seines Todes noch voll mit Fastnachtsartikeln und Kostümen.

Im Kaufhaus Pfeiffer fanden sich die verschiedensten Waschmittel aus vergangenen Jahrzehnten. Das ist für ein Museum ein Glücksfall, da von Waschmitteln nach dem Gebrauch nichts übrigbleibt. Dank dieses Zufalls konnte im Verkaufsraum eine „Fenster in die Vergangenheit“ eingerichtet werden, in dem nebeneinander – wie neu – verschieden alte Waschmittel wie zum Beispiel von Persil oder Flamil stehen.