Allgemeine Szenerie im Video
Pfarrer und Dekan Matthias Koschar berichtet über den Glauben im Dorf aus der Tischardter Kirche. Die nach Osten ausgerichtete helle Kirche hat einen einzigen, hohen Raum. Hoch über dem Eingang zum Kircheninneren befindet sich ein Neben den Kirchenbänken ist die Kirche mit einer Kanzel, einem Altar, einem Taufstein und einem Harmonium ausgestattet. Das Kircheninnere wird durch hohe Fenster hell ausgeleuchtet. Evangelischen Klarheit und Einfachheit dominiert die Ausstattung, zu der auch die gedeckten Farben passen. Den einzigen „Schmuck“ an den Wänden geben die Bilder von Martin Luther und Philip Melanchthon, den zentralen Reformatoren, ab. Eine kleine Sakristei schmiegt sich rechts gegenüber der Kanzel unter der Empore. Rechts neben dem Portaleingang erhebt sich eine Treppe, die die Kirchgänger auf die Empore geleitet. Im hinteren Bereich des Kirchraumes erstreckt sich die Empore über die gesamte Breite. Rechts dann, über die Sakristei hinweg, reicht sie bis zur Schlusswand des Chorraumes. Von der Empore aus führt eine weitere Treppe nach oben in den Kirchenturm. Eine weitere Treppe findet sich an der Außenwand der Kirche. Die überdachte Außentreppe führt zur Empore hoch.
Intro
00: 00:00:00 – 00:00:10:12 Kommentar zur Szenerie: Eine Illustration von alten Gebäuden aus dem Freilichtmuseum Neuhausen mit einem großen Handy und drei gezeichneten Personen davor leitet das Video ein.
Szene
Kommentar zur Szenerie: Pfarrer Matthias Koscher steht im großen Raum der Kirche neben dem Harmonium. Im Hintergrund erkennt man die Kanzel und eine Blumenvase auf einem Steinsockel.
Sequenz 1
Kommentar zur Sequenz: Neben dem primär zu sehenden Pfarrer, werden in der Sequenz Außenaufnahmen der Dorfkirche eingeblendet. Die Videos zeigen die Kirche mit ihrem Kirchturm umringt von hohen Bäumen.
00: 00:10:12 – 00:01:28:17 Matthias Koschar: Ja, mein Name ist Matthias Koschar. Ich bin katholischer Pfarrer in Tuttlingen, seit 27 Jahren, und seit 25 Jahren Dekan des katholischen Dekanats Tuttlingen-Spaichingen, und Neuhausen gehört ja auch in dieses Dekanat hinein. Und ich bin katholischer Priester und mache das, was ein Pfarrer so tut, Religionsunterricht geben, predigen, Gottesdienste halten,
Hochzeiten halten, all das, was dazugehört, in Freud und Leid für den Menschen da zu sein. Das Heiraten ist sicherlich so, dass es sehr individueller geworden ist. Also, früher musste man heiraten. Es war undenkbar, dass junge Leute so zusammengezogen sind, dass sie befreundet waren. Das war alles viel, viel mehr kontrolliert. Und oft haben die Eltern das auch noch arrangiert, dass sie gesagt haben, die passen zusammen. Und man hat natürlich immer auch im Stand geheiratet, ein bisschen. Also es war ja dann auch immer schwierig, was weiß ich, ein Mädchen mit einem unehelichen Kind zu heiraten, war ganz unüblich oder schwierig. Oder beispielsweise ein reicher Bauer, der eine arme Bäuerin oder aus einem armen Bauernhaus heiratet, das waren dann, da musste es wirklich große Liebe geben. Heute, denke ich mal, entscheiden sich die Leute ganz bewusst zu heiraten. Es werden ja wieder mehr. Kirchlicherseits haben wir auch relativ viel Hochzeiten, wobei natürlich die heute, die wenigsten heiraten mehr kirchlich, aber wenn sie heiraten, und kirchlich heiraten möchten, dann planen die das relativ stark durch.
Sequenz 2
Kommentar zur Sequenz: Es werden Detailaufnahmen aus dem Inneren der Dorfkirche gezeigt, während Matthias Koschar berichtet. Zum Beispiel wird die Empore, das Harmonium, der Blumenstrauß und die Kanzel gezeigt.
00: 01:28:21 – 00:02:43:21 Matthias Koschar:
Also es wird heute viel mehr Wert draufgelegt auf den Style, auf die auf das Setting, auf das, also, wo feiern wir? Wo ist die Gaststätte? Wo ist die Kirche? Oder haben wir eine schöne Kirche dazu? Früher war es ganz normal, dass man einfach in der eigenen Dorfkirche geheiratet hat, weil da hat man hingehört und da hat man nicht viel Federlesen gemacht. Und die Hochzeiten, wie gesagt, weil die jungen Leute ja sonst nicht zueinanderkommen konnten, die fanden dann oft wirklich so am Wochenende gleich 3, 4, 5 statt, dass man dann auch das … das war wie so eine Fließbandarbeit, im Grunde genommen dann. Also da hat sich schon sehr viel verändert. Und da gab es sehr, sehr, sehr viele sogenannte „Mischehen“, hat man damals gesagt. Aber in der Regel haben die jungen Leute, die waren da so auch gehemmt oder haben gesagt, also, ein Satz war ja immer der: Unsere Gesangbücher passen nicht zusammen! Darum hat man dann auch nicht geheiratet. Wo die Liebe dann aber wirklich so groß war, hat man auch diese Widerstände überwinden müssen und können. Da, wo die Liebe tief war, hat man auch solche konfessionellen Grenzen gegen Konventionen, auch gegen die Kirchen überwinden können. Wir stellen uns das heute immer auch ein bisschen so schwarz-weiß vor, so dualistisch. Also, das war entweder nur gut oder nur böse. Es gab viel Grautöne, wie im Leben ja überhaupt die Grautöne dominieren.
Kommentar zur Szenerie: Außenaufnahme der Dorfkirche.
Outro
00: 02:51:00 – 00:03:02:00 Eine Drohnenaufnahme zeigt den Dorfplatz im Freilichtmuseum Neuhausen von oben. Ein Schriftzug „Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck“ und das Logo des Museums, ein Fachwerkhaus, schließen das Video ab.