Allgemeine Szenerie im Video
Im Video wird Erwin Ulmer in dem Schulraum des Gebäudes interviewt. Während er spricht, werden bildliche Eindrücke aus dem Schul- und Rathaus gezeigt. Das große, längliche Haus glänzt durch seine helle Fassade und die grünen Fensterläden. Im unteren Geschoss fallen, in der rechten Gebäudehälfte, zwei große Scheunentore in den Blick. Genau mittig im Gebäude befindet sich die große Eingangstüre des Schul- und Rathauses, durch die die Schüler, die Bürger, aber auch die Familie des Lehrers ein- und ausgingen. Sie ist über wenige Stufen vom Dorfplatz her zu erreichen. Auf der linken Seite des großen Flurs reihen sich die Türen zur Wohnstube und zur Küche der Lehrersfamilie. Ganz hinten schließt sich die Treppe hinunter zum Gewölbekeller an. Auf der rechten Seite des Flurs erhebt sich die Treppe ins erste Obergeschoss. Von der Treppe aus kommt man direkt auf das Klassenzimmer der „Oberen Klasse“ (Klassen 4 – 7) zu. Es ist mit allem ausgestattet, was ein Klassenzimmer um 1920 auszeichnete: Schulbänke, Tafel, Lehrerpult, Lehrmittel an den Wänden und Rechenschieber. Links neben dem Eingang zur „Oberen Klasse“ öffnet sich die Türe zur „Unteren Klasse“ (Klassen 1 – 3). Die Einrichtung spiegelt den Zeitraum 1870 – 1890 wider. Dies ist nicht allein an den nach oben aufklappbaren Bänken zu erkennen. Als Besonderheit enthält der Raum in der hinteren linken Ecke einen rohgezimmerten
Bretterverschlag. Hier war 1875 für den „Provisor“ (Lehrgehilfe) eine Schlafstätte eingerichtet worden.
Intro
00: 00:00:00 – 00:00:10:12 Kommentar zur Szenerie: Eine Illustration von alten Gebäuden aus dem Freilichtmuseum Neuhausen mit einem großen Handy und drei gezeichneten Personen davor leitet das Video ein.
Szene
Kommentar zur Szenerie: Der „Dorfschulmeister“ Erwin Ulmer befindet sich in einem Klassenzimmer des alten Schul- und Rathauses und steht zwischen den Schulbänken. Im Hintergrund sieht man, neben den Schulbänken, Fenster und einen großen Abakus.
Sequenz 1
Kommentar zur Sequenz: Zu sehen ist Erwin Ulmer, der einen alten Schulranzen in den Händen hat.
00: 00:10:12 – 00:00:32:24 Erwin Ulmer: Natürlich, mein besonderes Lieblingsstück hier ist dieser Schulranzen. Der hat eine besondere Geschichte auch. Und zwar war das mein Schulranzen, als ich Kind war. Den habe ich vor 68 Jahren bekommen. Da steht sogar noch da drinnen der Name,
wenn man genau hinguckt. Ja, Ulmer steht da dran. In Neuhaus bei Oberteuringen.
Sequenz 2
Kommentar zur Sequenz: Die nächste Sequenz wird mit Videoaufnahmen der Schulbänke aus dem Schulzimmer der „Oberen Klasse“ eingeleitet. Während Ulmers Schilderungen werden Aufnahmen aus den Schulzimmern und vom Schlafraum im Zimmer der „Unteren Klasse“ gezeigt.
00: 00:35:06 – 00:02:33:15 Erwin Ulmer: Mein Name ist Erwin Ulmer und meine Aufgabe hier ist, den Dorfschulmeister zu spielen. Und zwar wie er etwa vor 100 bis 120 Jahren hier agiert hat. Ja, da ist es natürlich ganz anders gewesen als heutzutage, die Schule, mit anderen Vorgaben, ja, natürlich auch einer anderen Schrift. Im Sommer begann der Tag hier um 5 Uhr und endete um 11 Uhr. Ja, dann mussten die Kinder aufs Feld. Im Winter haben sie zwar erst um sieben angefangen, aber hatten jeden Tag ganztägig Schule. Und Ferien gab es wie heute auch. Nur hatten die einen anderen Zweck. Osterferien waren dazu da, zur Aussaat. Die Pfingstferien waren dazu da, zur ersten Heuernte. Die Sommerferien waren die zweite Heuernte, das Öhmd sagt man dazu, und die Getreideernte. Dann gab es noch mal die Herbstferien. Die hießen auch damals Kartoffelferien, weil nämlich da die Kartoffeln raus mussten. Darum hat man die Ferien gehabt. Winterferien oder Weihnachtsferien
gab's fast gar keine, weil da musste man die Zeit ausnutzen, um den Kindern möglichst viel beizubringen. Drüben war die Unterklasse 1 bis 3 und hier war die Oberklasse 4 bis 7. Es gab nur sieben Schuljahre damals. Also, da drüben ist ja ein kleines Zimmer im Klassenzimmer eingebaut. Da hat der Unterlehrer normalerweise gewohnt. Und wenn sie denken, das ist ja sehr, sehr einfach, aber für ihn war es komfortabel, weil er hatte ja die Heizung vom Zimmer, er hatte das Licht und er hatte ein Bett. Das war nicht selbstverständlich. Viele, auch die Frauen, die Unterlehrerinnen, haben auf dem Dachgeschoss gewohnt, ohne Licht, ohne Heizung.
Sequenz 3
Kommentar zur Sequenz: Außenaufnahme Schul- und Rathauses mit Blick in den Hauseingang und Flur des Gebäudes.
00: 02:34:05 – 00:02:59:07 Erwin Ulmer: Ja, dann war das ganz Eigenartige. Hier war der Keller immer voller Wasser. Ganz oft. Obwohl hier ja gar kein Fluss oder so etwas war. Aber Abwasserleitung gab es ja damals nicht, also die mussten das irgendwie durchkommen. Und dann war im Keller wirklich so Hochwasser. Und was haben Sie gemacht? Da war ein Tisch unten, den haben sie umgedreht und dann sind sie „Bootle“ gefahren.
Kommentar zur Szenerie: Außenaufnahme Schul- und Rathauses.
Outro
00: 03:04:50 – 00:03:14:00 Eine Drohnenaufnahme zeigt den Dorfplatz im Freilichtmuseum Neuhausen von oben. Ein Schriftzug „Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck“ und das Logo des Museums, ein Fachwerkhaus, schließen das Video ab.